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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Java ist auch eine Sprache
2 Sprachbeschreibung
3 Klassen und Objekte
4 Der Umgang mit Zeichenketten
5 Mathematisches
6 Eigene Klassen schreiben
7 Exceptions
8 Die Funktionsbibliothek
9 Threads und nebenläufige Programmierung
10 Raum und Zeit
11 Datenstrukturen und Algorithmen
12 Dateien und Datenströme
13 Die eXtensible Markup Language (XML)
14 Grafische Oberflächen mit Swing
15 Grafikprogrammierung
16 Das Netz
17 JavaServer Pages und Servlets
18 Verteilte Programmierung mit RMI und Web–Services
19 Applets, Midlets und Sound
20 Datenbankmanagement mit JDBC
21 Reflection und Annotationen
22 Komponenten durch Bohnen
23 Logging und Monitoring
24 Sicherheitskonzepte
25 Java Native Interface (JNI)
26 Dienstprogramme für die Java-Umgebung
A Die Begleit-DVD
Index

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Java ist auch eine Insel von Christian Ullenboom
Programmieren mit der Java Standard Edition Version 6
Buch: Java ist auch eine Insel

Java ist auch eine Insel
6., akt. und erw. Aufl., mit DVD
1.454 S., 49,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 3-89842-838-9
gp 20 Datenbankmanagement mit JDBC
  gp 20.1 Das relationale Modell
  gp 20.2 Datenbanken und Tools
    gp 20.2.1 HSQLDB
    gp 20.2.2 Weitere Datenbanken
    gp 20.2.3 Eclipse-Plugins zum Durchschauen von Datenbanken
  gp 20.3 JDBC und Datenbanktreiber
    gp 20.3.1 Treibertypen
    gp 20.3.2 JDBC-Versionen
  gp 20.4 Eine Beispielabfrage
    gp 20.4.1 Schritte zur Datenbankabfrage
    gp 20.4.2 Client für HSQLDB-Datenbank
  gp 20.5 Mit Java an eine Datenbank andocken
    gp 20.5.1 Der Treiber-Manager
    gp 20.5.2 Den Treiber laden
    gp 20.5.3 Eine Aufzählung aller Treiber
    gp 20.5.4 Log-Informationen
    gp 20.5.5 Verbindung zur Datenbank auf- und abbauen
    gp 20.5.6 DataSource
    gp 20.5.7 Gepoolte Verbindungen
  gp 20.6 Datenbankabfragen
    gp 20.6.1 Abfragen über das Statement-Objekt
    gp 20.6.2 Ergebnisse einer Abfrage in ResultSet
    gp 20.6.3 Java und SQL-Datentypen
    gp 20.6.4 Unicode in der Spalte korrekt auslesen
    gp 20.6.5 wasNull() bei ResultSet
    gp 20.6.6 Wie viele Zeilen hat ein ResultSet?
  gp 20.7 Die Ausnahmen bei JDBC
  gp 20.8 Elemente einer Datenbank hinzufügen und aktualisieren
    gp 20.8.1 Batch-Updates
  gp 20.9 ResultSets in Bohnen durch RowSet
    gp 20.9.1 Die Schnittstelle RowSet
    gp 20.9.2 Implementierungen von RowSet
    gp 20.9.3 Der Typ CachedRowSet
    gp 20.9.4 Der Typ WebRowSet
  gp 20.10 Vorbereitete Anweisungen (Prepared Statements)
    gp 20.10.1 PreparedStatement-Objekte vorbereiten
    gp 20.10.2 Werte für die Platzhalter eines PreparedStatement
  gp 20.11 Transaktionen
  gp 20.12 Die LOBs (Large Objects)
    gp 20.12.1 Einen BLOB besorgen
  gp 20.13 Metadaten
    gp 20.13.1 Metadaten über die Tabelle
    gp 20.13.2 Informationen über die Datenbank
  gp 20.14 Einführung in SQL
    gp 20.14.1 Ein Rundgang durch SQL-Anfragen
    gp 20.14.2 Datenabfrage mit der Data Query Language (DQL)
    gp 20.14.3 Tabellen mit der Data Definition Language (DDL) anlegen
  gp 20.15 Zum Weiterlesen


Galileo Computing

20.5 Mit Java an eine Datenbank andocken  downtop

Zum Aufbau einer Datenbankverbindung und zur Herstellung einer Connection gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Direkt über den DriverManager: Verbindungsdaten bestimmen und eine Verbindung aufbauen.
  • Über einen zentralen Namensdienst: Im JNDI ist eine vorkonfigurierte Datenquelle (DataSource) abgelegt, die wir entnehmen und über die wir eine Verbindung aufbauen.

Im Java-Enterprise-Bereich ist das übliche Vorgehen über eine DataSource. Wir wollen uns doch zunächst mit dem DriverManager beschäftigen, bevor wir zur DataSource und JNDI kommen.

Alle verwendeten Klassen und Schnittstellen für den Datenbankteil liegen unter java.sql.*. Im Fall des Namensdienstes sind Klassen/Schnittstellen aus dem Paket javax.naming nötig.


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20.5.1 Der Treiber-Manager  downtop

Alle Datenbanktreiber werden an einer zentralen Stelle, dem Treiber-Manager, gesammelt. Die Zentrale ist in Java durch die Klasse DriverManager gegeben. Die Methoden der Klasse sind statisch, da sich ein Exemplar dieser Klasse nicht erzeugen lässt; der Konstruktor ist privat. Die wichtigste Methode des Treiber-Managers ist getConnection(), mit der wir eine Verbindung zur Datenbank aufbauen können. Es lassen sich aber auch alle angemeldeten Treiber erfragen.


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20.5.2 Den Treiber laden  downtop

Vor der Ausführung der JDBC-Befehle muss ein passender Datenbanktreiber geladen werden. Der Datenbanktreiber ist eine Java-Klasse, die beim Treiber-Manager angemeldet sein muss.


Hinweis Seit Java 6 werden die Treiber-Klassen – soweit vom Treiberproduzenten vorbereitet – automatisch geladen. Der Entwickler muss den Namen der Treiberklassen nicht mehr kennen. Intern funktioniert das über Service Provider. Für eigene automatisch zu ladende Klassen ist java.util.ServiceLoader einen Blick wert.

Vor Java 6 und nicht vorbereiteten Datenbanken ist die Treiber-Klasse von Hand einzubinden. Zwei Möglichkeiten sind populär:

  • Die Property jdbc.drivers enthält den Namen des Datenbanktreibers. Auf der Kommandozeile lässt sich die Variable mit dem Schalter -D einfach setzen:
$ java -Djdbc.drivers=org.hsqldb.jdbcDriver <Javaklasse>
  • Die zweite Möglichkeit bietet die Funktion Class.forName(), die eine Treiber-Klasse lädt. Sie trägt sich automatisch beim Treiber-Manager ein.

final class java.lang.Class<T>
implements Serializable, GenericDeclaration, Type, AnnotatedElement

  • static Class forName( String className ) throws ClassNotFoundException Sucht, lädt und bindet die Klasse mit dem qualifizierten Namen className ins Laufzeitsystem ein. Die Methode liefert ein Class-Objekt zurück, falls sie die Klasse laden kann, andernfalls quittiert sie einen Fehler mit einer ClassNotFoundException.

Die Programmzeilen für das manuelle Laden der Klasse org.hsqldb.jdbcDriver sind somit:

Listing 20.2    com/javatutor/insel/jdbc/DriverManagerDemo.java, Ausschnitt

try 
{ 
  Class.forName( "org.hsqldb.jdbcDriver" ); 
} 
catch ( ClassNotFoundException e ) 
{ 
 
  // OO! Treiber konnte nicht geladen werden. 
  e.printStackTrace(); 
}

Da wir die Klasse nur laden, aber die Referenz auf den Klassen-Deskriptor nicht benötigen, belassen wir es bei einem Aufruf und beachten den Rückgabewert nicht. Diese Methode löst eine ClassNotFoundException aus, falls die Klasse nicht gefunden wurde, der Treiber also nicht geladen werden konnte.


Hinweis Der JDBC-ODBC-Treiber ist schon initialisert und muss nicht mit Class.forName("sun.jdbc.odbc.JdbcOdbcDriver"); geladen werden.


Datenbank Klassenname für den JDBC-Treiber
Adabas D de.sag.jdbc.adabasd.ADriver
Borland JDataStore com.borland.datastore.jdbc.DataStoreDriver
Borland Interbase interbase.interclient.Driver
DB2/Derby com.ibm.db2.jcc.DB2Driver
Informix com.informix.jdbc.IfxDriver
IDS Server ids.sql.IDSDriver
Microsoft SQL Server com.microsoft.jdbc.sqlserver.SQLServerDriver
mSQL COM.imaginary.sql.msql.MsqlDriver
MySQL com.mysql.jdbc.Driver4
Oracle oracle.jdbc.driver.OracleDriver
Pointbase com.pointbase.jdbc.jdbcUniversalDriver
PostgreSQL org.postgresql.Driver
Sybase com.sybase.jdbc2.jdbc.SybDriver


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20.5.3 Eine Aufzählung aller Treiber  downtop

Die statische Funktion getDrivers() der Klasse DriverManager liefert eine Aufzählung der angemeldeten Treiber. Die folgenden Zeilen geben einfach den Klassennamen aus – die Treiber implementieren nicht unbedingt eine sinnvolle toString()-Methode, sodass wir uns mit dem Klassennamen begnügen.

Listing 20.3    com/javatutor/insel/jdbc/DriverManagerDemo.java, Ausschnitt

for ( Enumeration<Driver> e = DriverManager.getDrivers(); e.hasMoreElements(); ) 
  System.out.println( e.nextElement().getClass().getName() );

Die Elemente, die durch die Enumeration ausgelesen werden, sind Treiber-Objekte vom Typ Driver. Jeder Datenbanktreiber implementiert diese Schnittstelle. Mit dem manuell geladenen Treiber org.hsqldb.jdbcDriver und dem Standard-JDBC-ODBC-Treiber ist die Ausgabe:

sun.jdbc.odbc.JdbcOdbcDriver 
org.hsqldb.jdbcDriver

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20.5.4 Log-Informationen  downtop

Zu Testzwecken bietet es sich an, Informationen des Treibers und der Datenbank in einen speziellen Ausgabekanal zu schreiben. Wir können die Log-Informationen so umlenken, dass sie in den Standardausgabestrom geschrieben werden. Das macht die statische Methode setLogWriter(), die einen PrintWriter als Parameter erwartet. Folgende Zeile gibt alle Informationen auf dem Bildschirm aus, die in das Logbuch geschrieben werden:

DriverManager.setLogWriter( new PrintWriter(System.out) );

Ladevorgang der Treiber protokolliert ausgeben

Eine solche Ausgabe ist hilfreich, da interessante Aussagen über die Funktionsweise der Treiber offenbart werden. Zur Set-Methode existiert die passende getLogWriter()-Methode, die den PrintWriter zurückgibt. Eine Anfrage an getLogWriter() gibt null zurück, wenn standardmäßig keine Ausgabe stattfindet; es wird keine versteckte Datei erzeugt.

Setzen wir die Ausgabe auf den Standardausgabekanal:

Listing 20.4    com/javatutor/insel/jdbc/DriverManagerDemo.java, Ausschnitt

DriverManager.setLogWriter( new PrintWriter(System.out) );

Da die Treiberklasse für die JDBC-ODBC-Brücke automatisch geladen wird, aber auch unser HSQLDB-Treiber, ist die Ausgabe aus System.out:

JdbcOdbcDriver class loaded 
registerDriver: driver[className=sun.jdbc.odbc.JdbcOdbcDriver,sun.jdbc.odbc.JdbcOdbcDriver@8a0d5d] 
DriverManager.initialize: jdbc.drivers = null 
JDBC DriverManager initialized 
registerDriver: driver[className=org.hsqldb.jdbcDriver,org.hsqldb.jdbcDriver@1e4457d] 
sun.jdbc.odbc.JdbcOdbcDriver 
org.hsqldb.jdbcDriver

Die Methode setLogWriter() ist die erste Methode, die die Klasse DriverManager benutzt. Daher bekommt der Klassenlader die Aufgabe, die Klasse DriverManager zu laden. setLogWriter() speichert dann das PrintWriter-Objekt in einer privaten Variable und macht sonst nichts.

Erst das Laden eines Treibers führt zum Aufruf der statischen initialize()-Methode. Sie führt die private Methode loadInitialDrivers() aus, die zur ersten Ausgabezeile führt. Hier sind noch keine Treiber angemeldet, da in den Eigenschaften jdbc.drivers nichts eingetragen ist. Diese Eigenschaft wird in der Regel dann gesetzt, wenn von außen über den Schalter -D eine Klasse angesprochen wird. Nach dem Suchen in den Eigenschaften folgt die Ausgabe »JDBC DriverManager initialized«. Nun hat der Treiber die DriverManager-Klasse hochgefahren, und der Treiber-Manager kann den Treiber anmelden. Er ist vom Typ Driver. Dieser wird zusammen mit dem zugehörigen Class-Objekt und einem Namen in der internen Klasse DriverInfo in einem internen Vector gespeichert. Die Ausgabe »registerDriver:[...]« stammt von der Anmeldung des Treibers. Wir sehen genau die Informationen, die in der Klasse DriverInfo gespeichert sind. Die Ausgabe wird auch von toString() von DriverInfo generiert.

Nicht nur Treiber und SQL-Klassen nutzen den Log-Stream, auch wir können Zeichenketten ausgeben. Dazu dient die statische Methode println(), die als Parameter nur einen String annimmt. println() ist so implementiert, dass bei einem nicht gesetzten Log-Stream die Ausgabe unterbleibt.


Galileo Computing

20.5.5 Verbindung zur Datenbank auf- und abbauen  downtop

Nach dem Laden des Treibers können wir eine Verbindung zur Datenbank mit Hilfe des Connection-Objekts aufbauen, das DriverManager.getConnection() zurückgibt. Der Methode wird eine Datenbank-URL mitgegeben und optional Benutzername und Passwort.

Die Datenquelle angeben

Alle Datenquellen sind durch eine besondere URL qualifiziert, die folgendes Format besitzt:

jdbc:Subprotokoll:Datenquellenname

Die Datenbank definieren jeweils unterschiedliche Subprotokolle, und die Angabe des Servernamens ist auch immer individuell:


Tabelle 20.2    Protokolle einiger Datenbanken
Datenbank Subprotokoll Beispiel
Derby derby:net jdbc:derby:net://host:1527/
IBM DB2 db2 jdbc:db2://database
HSQLB hsqldb jdbc:hsqldb:file:databse
Interbase interbase jdbc:interbase://host/dabase.gdb
MySQL mysql jdbc:mysql://host/database
ODBC-Datenquellen odbc jdbc:odbc:database
Oracle Thin oracle:thin jdbc:oracle:thin:@host:1243:database
Sybase sybase:Tds jdbc:sybase:Tds:host:1234/database

Verbindung aufnehmen

Die getConnection()-Methode liefert ein Connection-Objekt, das die Verbindung mit der Datenbank repräsentiert.


Beispiel Verbinde mit einer Datenbank, die den Namen »UllisDB« trägt. (Im Fall von ODBC wurde der Name im Datenquellen-Administrator festgelegt und hat nichts mit dem Dateinamen zu tun.)
con = DriverManager.getConnection( "jdbc:hsqldb:file:UllisDB;shutdown=true", 
                                   "sa", 
                                   "" );

Die Methode getConnection() erwartet bis zu drei Parameter: Die URL der Datenbank, zu der die Verbindung aufgenommen werden soll, ist der Pflichtparameter. Der Anmeldename und das Passwort sind optional und können auch leere Strings ("") sein, wenn eine Authentifizierung keine Rolle spielt.

Meldet getConnection() keinen Fehler, so liefert sie uns eine geöffnete Datenbankverbindung.


class java.sql.DriverManager

  • static Connection getConnection( String url ) throws SQLException Versucht eine Verbindung zur Datenbank aufzubauen. Die Klasse DriverManager sucht dabei einen passenden Treiber aus der Liste der registrierten JDBC-Treiber für die Datenbank.
  • static Connection getConnection( String url, String user, String password ) throws SQLException Versucht eine Verbindung zur Datenbank aufzubauen. user und password werden für die Verbindung zur Datenbank verwendet.
  • static Connection getConnection( String url, Properties info ) throws SQLException Versucht eine Verbindung zur Datenbank aufzubauen. Im Properties-Objekt können die Felder »user« und »password« sowie weitere Informationen vorhanden sein.

Wie der Treiber gefunden wird

Es lohnt sich, einmal hinter die Kulissen der Methode getConnection() zu blicken. Das DriverManager-Objekt wird veranlasst, die Verbindung zu öffnen. Dabei versucht es, einen passenden Treiber aus der Liste der JDBC-Treiber auszuwählen. Sein Treiber verwaltet die Klasse DriverManager in einem privaten Objekt DriverInfo. Dieses enthält ein Treiber-Objekt (Driver), ein Objekt (securityContext) und den Klassennamen (className).

Bei getConnection() geht der DriverManager die Liste der DriverInfo-Objekte ab und versucht, sich über die connect()-Methode anzumelden. Bemerkt der Treiber, dass er mit der URL nicht viel anfangen kann, gibt er null zurück, und getConnection() versucht es mit dem nächsten Treiber. Ging alles daneben und konnte keiner der angemeldeten Treiber etwas mit dem Subprotokoll anfangen, bekommen wir eine SQLException("No suitable driver", "08001").

Verbindung beenden

Da eine Verbindung zu schließen ist (und nicht der DriverManager), finden wir eine Methode close() beim Connection-Objekt. Verbindungen zu schließen ist immens wichtig, sodass dieser Teil im Allgemeinen im finally-Block steht:

Listing 20.5    com/javatutor/insel/jdbc/FirstSqlAccess.java, Ausschnitt

Connection con = null; 
 
try 
{ 
  con = DriverManager.getConnection( ... ); 
  ... 
} 
catch ( SQLException e ) 
{ 
  e.printStackTrace(); 
} 
finally 
{ 
  if ( con != null ) 
    try { con.close(); } catch ( SQLException e ) { e.printStackTrace(); } 
} 
interface java.sql.Connection
  • void close() throws SQLException Schließt die Verbindung zur Datenbank. Auch hier kann eine SQLException auftauchen.

Wartezeit einstellen

Wenn wir uns mit der Datenbank verbinden, lässt sich noch eine Wartezeit in Sekunden einstellen, die angibt, wie lange der Treiber für die Verbindung mit der Datenbank warten darf. Gesetzt wird dieser Wert mit setLoginTimeout() und entsprechend mit getLoginTimeout() ausgelesen. Standardmäßig ist dieser Wert 0.


class java.sql.DriverManager

  • static void setLoginTimeout( int seconds ) Setzt die Zeit, die maximal gewartet wird, wenn der Treiber sich mit einer Datenbank verbindet.
  • static int getLoginTimeout() Liefert die Wartezeit in Sekunden.

Galileo Computing

20.5.6 DataSource  downtop

Die Arbeit mit dem DriverManager sah bisher so aus, dass wir ihn mit der genauen Datenquelle parametrisiert haben. Wir mussten also immer den Namen der Datenbank sowie (optional) den Benutzernamen und das Passwort angeben. Diese feste Verdrahtung im Quellcode ist allerdings nicht so toll, weil Änderungen zu einer zwangsläufigen neuen Übersetzung führen (was sich allerdings mit Konfigurationsdateien verändern ließe), doch die Daten stehen auf der Clientseite, wo sie nicht immer gut aufgehoben sind. Besser ist eine zentrale Stelle für die Konfigurationsdaten und auch für die Datenbank. Nehmen wir an, ein Unternehmen rüstet spontan von Oracle auf DB2 um, so müsste ein Clientprogramm an allen Stellen, an denen der Datenbanktreiber geladen und die URL für die Datenbank aufgebaut wird, im Quellcode geändert werden. Das ist unflexibel.

So gibt es in Java eine weitere Möglichkeit, nämlich die Konfigurationsdaten an einer zentralen Stelle zu hinterlegen – und das heißt in Java Zugriff über JNDI. Im zentralen Namensdienst werden Informationen über Treibername, Datenbankname uns so weiter als DataSource abgelegt und dann zum nötigen Zeitpunkt erfragt. Wenn sich die Datenbank einmal ändern sollte, dann muss nur an dieser zentralen Stelle eine Änderung eingespielt werden und alle, die anschließend den JNDI-Dienst erfragen, bekommen die neue Information.

Die DataSource-Triologie

Die Verbindung zu einem Datengeber (es muss nicht unbedingt eine Datenbank sein) realisieren Objekte vom Typ DataSource-Objekt. Von der Schnittstelle DataSource gibt es drei unterschiedliche Ausführungen:

1.  Ein Standard-DataSource-Objekt. Mindestens das muss ein JDBC-2.0-kompatibler Treiber anbieten.
2. Ein DataSource-Objekt, das gepoolte Datenbankverbindungen zulässt (ConnectionPoolDataSource), sodass eine beendete Verbindung nicht wirklich beendet wird, sondern nur in einen Pool zur Wiederverwendung gelegt wird. Damit die Verbindung zurückgelegt werden kann, muss die Verbindung einfach nur geschlossen werden – ein Vorgang, der in jedem Programm mit Verbindungen zu finden sein sollte.
       
3. Ein DataSource-Objekt für verteilte Transaktionen (XADataSource).
       

Das Schöne daran ist, dass der konkrete Typ verborgen bleiben kann und ohne Änderung des Clients der Server statt einer einfachen DataSource etwa eine ConnectionPoolDataSource in den Namensdienst ablegen kann.

Verbindung über JNDI

Das DataSource-Objekt ist über JNDI zu erfragen. Mit getConnection() wird anschließend das Connection-Objekt besorgt, und wir sind an der gleichen Stelle, wo uns auch der DriverManager hinführte.

Context ctx = new InitialContext(); 
DataSource ds = (DataSource) ctx.lookup( "jdbc/datenbank" ); 
Connection con = ds.getConnection( "benutzername", "passwort" );

Das javax.naming.Context-Objekt und dessen Methode lookup() erfragen das mit dem Namen assoziierte Objekt vom Verzeichnisdienst. Vorher muss natürlich irgendjemand dieses Objekt dort abgelegt – auf Neudeutsch »deployed« – haben, doch das sehen wir uns später an. Mit dem Verweis auf das DataSource-Objekt können wir getConnection() aufrufen und Benutzername und Passwort angeben.


interface javax.sql.DataSource

  • Connection getConnection( String username, String password ) Versucht, unter Angabe des Benutzernamens und Passworts eine Verbindung aufzubauen.
  • Connection getConnection() Versucht, eine Verbindung ohne Angabe von Benutzername und Passwort aufzubauen.

Eine DataSource im JNDI-Kontext deployen

Der Administrator ist nun dafür verantwortlich, dass das DataSource-Objekt, also die Beschreibung der Datenbank-Parameter, im Namensdienst eingetragen ist. Im Allgemeinen macht das der Container über eine XML-Beschreibungsdatei oder über eine GUI, sodass kein Programmieraufwand von Hand nötig ist. Wie die JNDI-DataSource im Web-Container Tomcat integriert werden kann, zeigt die Webseite http://tomcat.apache.org/tomcat-5.5-doc/jndi-datasource-examples-howto.html.

Zum Testen wollen wir den einfachen Namensdienst Simple-JNDI (http://www.osjava.org/simple-jndi/) nutzen, der die Daten im Speicher hält und keinen Server startet. Das Java-Archiv simple-jndi.jar von der Webseite muss dafür zusätzlich zum Datenbanktreiber in den Klassenpfad aufgenommen werden. In den Klassenpfad setzen wir auch die Datei jndi.properties, die Java bei Bildung eines Exemplars von InitialContext automatisch lädt.

Listing 20.6    src/jndi.properties

java.naming.factory.initial=org.osjava.sj.SimpleContextFactory 
org.osjava.sj.root=config/

In das Projektverzeichnis legen wir unter einem neuen Verzeichnis config die Datei UllisDS.properties. Damit kann Simple-JNDI die Datenquelle automatisch initialisieren.

Listing 20.7    config/UllisDS.properties

type=javax.sql.DataSource 
driver=org.hsqldb.jdbcDriver 
url=jdbc:hsqldb:file:UllisDB;shutdown=true 
user=sa 
password=

Wir könnten den Namensdienst zwar dank der Implementierung der JDNI-API auch selbst konfigurieren, aber eine passende Datei macht das automatisch. Auf Grund des Dateinamens legt Simple-JNDI automatisch für uns eine Datenquelle »UllisDS« im Namenskontext an. Der Zugriff gestaltet sich einfach:

Listing 20.8    com/javatutor/insel/jdbc/JdbcWithDS.java

package com.javatutor.insel.jdbc; 
 
import java.sql.*; 
import javax.naming.InitialContext; 
import javax.sql.DataSource; 
 
public class JdbcWithDS 
{ 
  public static void main( String[] args ) throws Exception 
  { 
    Connection con = null; 
 
    try 
    { 
      DataSource ds = (DataSource) new InitialContext().lookup( "UllisDS" ); 
      con = ds.getConnection(); 
      ResultSet rs = con.createStatement().executeQuery( "SELECT * FROM Customer" ); 
 
      while ( rs.next() ) 
        System.out.printf( "%s, %s %s%n", rs.getString( 1 ), rs.getString( 2 ), 
                           rs.getString( 3 ) ); 
    } 
    finally 
    { 
      if ( con != null ) 
        try { con.close(); } catch ( SQLException e ) { e.printStackTrace(); } 
    } 
  } 
}

An diesem Beispiel ist gut zu abzulesen, dass sich die Konfiguration nun externalisiert hat. Der Datenbanktreiber muss nun nicht mehr von uns geladen werden, und die Verbindungsdaten sind auch nicht mehr sichtbar.


Hinweis Eine Alternative ist, über die rmiregistry zu gehen, die ebenfalls einen kleinen JNDI-Server enthält. Der Schlüssel für java.naming.factory.initial ist dann com.sun.jndi. rmi.registry.RegistryContextFactory und die java.naming.provider.url entsprechend der Rechner mit dem Namensdient, etwa rmi://localhost:1099. Der Server muss nur noch die Datasource aufbauen und in den Namenskontext legen.


Galileo Computing

20.5.7 Gepoolte Verbindungen  toptop

Da der Auf- und Abbau von Datenbankverbindungen relativ teuer ist, soll eine Java-Applikation die Verbindung nur vordergründig schließen, ein spezieller pooling-fähiger Datenbanktreiber die Verbindung allerdings für die nächste Operation offen halten. Für gepoolte Datenbankverbindungen gibt es eine Reihe quelloffener Implementierungen; zu ihnen zählt Apache Commons DBCP (http://jakarta.apache.org/commons/dbcp/) oder Proxool (http://proxool.sourceforge.net/). DBCP wird direkt von Simple-JNDI unterstützt, so dass wir es an dieser Stelle einsetzen wollen. Dazu sind in den Klassenpfad die – auch auf der Webseite von Simple-JNDI aufgeführten – zusätzlichen Java-Archive commons-collections-3.1.jar, commons-pool-1.3.jar und commons-dbcp-1.2.1.jar in den Klassenpfad mit aufzunehmen. Die Zeile pool=true veranlasst Simple-JNDI, automatisch auf DBCP zurückzugreifen.

Listing 20.9    UllisDS.properties

type=javax.sql.DataSource 
driver=org.hsqldb.jdbcDriver 
url=jdbc:hsqldb:file:UllisDB;shutdown=true 
user=sa 
password= 
pool=true


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